Backups
Wie wichtig Backup-Kopien sind, merkst du dann, wenn du sie brauchst.
Warum Backups?
Wenn deine Arbeit nur auf einem einzigen Gerät gespeichert ist und dieses Gerät seinen Dienst einstellt, dann hast du ein Problem. Wenn du kurz vor deiner Abgabefrist plötzlich nicht mehr an deinen Text herankommst, kann das den Erfolg Deiner Arbeit komplett in Frage stellen. Ob dir wegen eines defekten Computers eine Fristverlängerung eingeräumt würde, ist mindestens fraglich. In manchen Prüfungsordnungen werden technische Probleme als Grund für die Verlängerung der Abgabefrist sogar explizit ausgeschlossen. Aber auch wenn ein Defekt nicht gerade zu diesem schlechtesten aller denkbaren Zeitpunkte eintreten sollte, möchtest Du sicherlich nicht noch einmal von vorne anfangen mit dem Schreiben. Zwar lassen sich defekte Computer manchmal reparieren oder du hast das Glück, dass Ddu Deinen Text erst vor kurzem jemandem per Email geschickt hast, so dass es noch eine Kopie im Email-Postfach gibt. Aber das sind glückliche Zufälle. Wenn du dich nicht auf Zufälle verlassen möchtest, dann musst du dich aktiv um deine Datensicherung kümmern. Dazu, wie eine auf Dauer sinnvolle Backup-Strategie aussehen kann, schreibe ich weiter unten mehr. Falls du gerade in einer heißen Phase Deiner Arbeit steckst, verstehe ich, dass du das Thema Backups am liebsten überspringen würdest, um damit keine Zeit zu verbringen. Ganz darauf zu verzichten wäre aber riskant. Deshalb habe ich ein paar pragmatische Tipps für dich, die sehr schnell und einfach umsetzbar sind:
Keine Zeit dafür?!
Wenn dir die Einrichtung einer speziellen Backup-Software momentan zu aufwendig ist, dann kannst du auch von Hand Kopien von den wichtigsten Dateien deiner Arbeit machen. Wichtig ist nur, dass die Kopien auf einem Datenträger liegen, der von deinem Computer unabhängig ist. Im einfachsten Fall kopierst du diese Dateien jeden Abend auf einen USB-Stick oder eine externe Festplatte. Clouddienste wie Dropbox, OneDrive o.ä. sind auch eine einfache Möglichkeit, um eine zusätzliche Kopie Deiner Dateien abzulegen. Ich würde diese Cloud-Dienste aber nicht als Ersatz für einen Datenträger sehen, den du selbst besitzt, sondern als Ergänzung dazu. Falls du online in einem Clouddienst wie z.B. die Online-Version von Office 365 arbeitest, dann solltest du beim Backup den umgekehrten Weg gehen und regelmäßig deine wichtigsten Dateien herunterladen. Wenn sonst nichts gehen sollte, kannst du dir deine eigene Arbeit auch selbst per Email schicken, um eine Kopie im Postfach zu haben. Soweit zu schnellen Sofortmaßnahmen, die du ergreifen kannst, falls du bisher noch gar keine Sicherungskopien haben solltest – frei nach dem Motto: Jede Backup-Kopie ist besser als gar keine Backup-Kopie.
Jetzt aber richtig!
Eine „richtige“ Backup-Lösung sollte man etwas strategischer angehen. Dazu gibt es die sogenannte 3-2-1-Regel. Diese Regel besagt, dass du insgesamt mindestens drei Kopien deiner Daten haben solltest (1x Deine Arbeitskopie und 2x als Sicherungskopie). Dabei sollten zwei verschiedene Arten von Datenträgern verwendet werden (Festplatte, SSD, USB-Stick, Cloud …). Eine Kopie sollte sich an einem anderen Ort befinden. Dazu ist eine Kopie in der Cloud naheliegend. Es wäre aber auch denkbar, dass du zwei oder mehr physische Backup-Datenträger verwendest und im regelmäßigen Wechsel immer einen dieser Datenträger z.B. bei Freunden oder bei deinen Eltern lagerst. Rein prinzipiell lassen sich die Bedingungen der 3-2-1-Regel mit den oben beschriebenen einfachen Mitteln erfüllen. Immer wieder per Hand Dateien zu kopieren ist aber auf Dauer nervig. Das birgt die Gefahr, es zu vernachlässigen, wenn man gerade anderes zu tun hat, oder es ganz zu vergessen. Außerdem können dabei auch Fehler passieren und du könntest z.B. versehentlich manche Dateien nicht kopieren. Besser wäre deshalb eine Lösung, die automatisch abläuft und möglichst den kompletten Inhalt deines Computers sichert. Um das umzusetzen, gibt es viele Möglichkeiten. Deshalb kann ich hier nur ein paar Hinweise geben, die du als Ausgangspunkt für Deine eigene Recherche nutzen kannst.
Sehr komfortabel geht die Datensicherung auf Apple-Rechnern mittels „Time Machine“. Wenn die Sicherung einmal eingerichtet ist, läuft sie in regelmäßigen Zeitabständen von selbst ab, immer wenn der Computer mit dem Backup-Datenträger verbunden ist. Dabei werden auch ältere Versionen der gesicherten Dateien vorgehalten, so dass man z.B. nach einer missglückten Änderung in einer Datei auf einen früheren Stand der Arbeit zurückgreifen kann. Neben der Sicherung auf direkt per USB angeschlossene Datenträger ist auch eine Sicherung per Netzwerk möglich.
Auch Windows liefert bereits ins System integrierte Backup-Werkzeuge mit. Eine Übersicht darüber findet sich hier: https://www.windows-faq.de/2023/12/02/windows-backup-tools/
Eine Übersicht über einige zusätzliche Programme findest du hier: https://www.heise.de/download/specials/Die-beste-Backup-Software-Tools-fuer-Einsteiger-und-Profis-5052323
Auch NAS-Systeme sind eine sehr interessante Möglichkeit für ein komfortables Backup. NAS steht für „Network Attached Storage“. Es handelt sich praktisch um einen kleinen Server, der die Aufgabe einer externen Festplatte übernimmt. Die Verbindung zu deinem Computer wird aber nicht direkt per USB hergestellt, sondern per Netzwerk. Den Speicherplatz auf einer solchen NAS-Box kannst du ähnlich wie einen Cloud-Dienst nutzen, solange dein Computer und die NAS-Box sich in demselben Netzwerk befinden (oder wenn du den NAS-Speicher per Internet zugänglich machst, was ich aber nur erfahrenen Anwender empfehlen würde). Ein wichtiger Unterschied zur Cloud ist, dass deine Daten nicht irgendwo in einem Rechenzentrum gespeichert werden, dessen Ort Du möglicherweise noch nicht mal kennst, sondern an einem Ort, den Du selbst bestimmst. Zwei bekannte und große Hersteller solcher NAS-Boxen sind Synology und Qnap. Beide bieten neben der Hardware auch Software an für das Backup im Zusammenspiel mit der NAS-Box.
Der Zweck einer automatisierten Backup-Lösung ist natürlich, dass man sich keine Gedanken mehr darüber machen muss. Ganz aus den Augen verlieren solltest du aber nicht, ob das Backup tatsächlich stattfindet. Wenn man das nur glaubt, es aber wegen irgendeines Problems doch nicht funktionieren sollte, könnte das böse Überraschungen nach sich ziehen. Wenn alles problemlos funktioniert, braucht es nur ab und zu einen kurzen prüfenden Blick und schon kannst du dich wieder anderen Aufgaben zuwenden.